Picolit

Produktionsgebiet: D.O.C.G. Colli Orientali del Friuli 
Traubensorte: 100% Picolit 
Weinbausystem: Friaulische Monocapovolto. (hoher Rebstock mit Überhang). Die sehr geringe Zahl von verrieselten Trauben pro Rebstock haben einen extrem niedrigen Traubenertrag pro Hektar zur Folge (ungefähr 15 q/ha)  
Lesezeit: Letzte Septemberwoche  
Weinbereitung: Dieser “Alleinherrscher” unter den Weinen bedarf keiner modernen Weinbereitungstechnik. Nach der verspäteten Lese und der anschließenden Lagerung der Trauben in Holzkisten erfolgt für einen Zeitraum von zirka 60 Tagen die natürliche Dürre, bei der sich die durch den Grauschimmelpilz Botrytis cinerea hervorgerufene Edelfäule einstellt und die Beeren einen optimalen Konzentrationsgrad des natürlichen Fruchtzuckergehalts erreichen. Die ganzen Trauben werden dann, nachdem sie vorher von Hand entrappt worden sind, sanft gekeltert. Der so gewonnene Most zieht in 225 Liter Barriques um, wird dort langsam vergoren und für mehr als zwei Jahre lang gelagert. Die Abfüllung in Flaschen erfolgt im Juli, aber erst nach einer letzten Ruheperiode in der Flasche, die seine Verfeinerung abschließt, wird der Wein dem Genießer zur Beurteilung überlassen.
Vertrieb: Im Herbst, drei Jahre nach der Lese. 
Durchschnittliche Werte: Säuregehalt 5,6 g/L, Alkoholgehalt 13,50% Vol., Restzuckergehalt 180 g/L
Farbe: Leuchtendes Goldgelb, das nach einigen Jahren Reife fast Bernsteinfarben wirkt. Leuchtkraft und Transparenz spiegeln seine Kostbarkeit wider. 
Duft- und Geschmacksnoten: IDer Duft präsentiert ein reichhaltiges, delikates Bukett von außerordentlicher Eleganz. Es erinnert an prall gefüllte Honigwaben, in denen das ganze Spektrum an Wiesenblumen enthalten ist, an reife Früchte, Feigen, Aprikosen- und Pfirsichkonfitüre. Er ist von süßem, aber nicht klebrigem, aristokratischem, warmem, samtigem und raffiniertem Geschmack. Er beeindruckt durch seinen Reichtum anduftenden Noten und geschmacklichen Wahrnehmungen, sowie durch seine verführerische Beständigkeit. In jeder Hinsicht ein überzeugender Wein, sanft und delikat, sehr weiblich und von raffinierter Schönheit, die erst allmählich erkundet werden will.
Serviertemperatur: Gekühlt, aber nicht kalt servierten.
Serviervorschläge: Ein Wein, der par excellance zur Meditation anregt. Eine gastronomische Annäherung ist wahrhaft schwierig. Er passt hervorragend zu trockenem Feingebäck oder zu Gänseleberpastete; aber: “Der Picolit bleibt Picolit und sonst gar nichts”. Er wird vorzugsweise getrennt vom Essen und mit einer fast religiösen Andacht getrunken, die einem vertrauten Gespräch zwischen dem Wein auf der einen Seite und seinem Anblick, dem Duft und Geschmack auf der anderen Seite gleichkommt.